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Quadrifoglio: Produktions- und Materialplanung mit sedApta

Geschrieben von Elisa Industriq | Feb 13, 2026, 1:46:57 PM

Quadrifoglio Group entwickelt und produziert seit mehr als 25 Jahren Einrichtungslösungen für moderne Arbeits- und Contract-Umgebungen. Das Unternehmen verbindet dabei eine breite Produkt- und Variantenvielfalt mit den Anforderungen einer effizienten industriellen Fertigung.

Die Herausforderung: Variantenvielfalt und stabile Produktion verbinden

Im Büromöbelsektor treffen zwei Anforderungen unmittelbar aufeinander: Kunden erwarten eine große Auswahl und individuelle Lösungen, gleichzeitig benötigt die Produktion möglichst standardisierte und stabile Abläufe.

Quadrifoglio wollte deshalb den gesamten Materialfluss robuster und flexibler gestalten – von der Beschaffung der Rohmaterialien über interne Produktion und Fremdfertigung bis zur Auslieferung.

Materialengpässe und kurzfristige Änderungen von Kundenanforderungen konnten zwar operativ gelöst werden, führten jedoch zu erheblichem Abstimmungsaufwand entlang der internen und externen Supply Chain. Dringende Rückfragen an Lieferanten und Subunternehmer, aufwendige Maschinenumrüstungen sowie kurzfristige Anpassungen belasteten Produktion, Logistik und Planung.

Die zentrale Herausforderung lautete deshalb: schneller auf Veränderungen reagieren, ohne die Stabilität des Produktionsplans zu gefährden.

Projektziel

Quadrifoglio wollte kritische Situationen früher erkennen und Materialverfügbarkeit, Kapazitäten und Kundenprioritäten in einer gemeinsamen Planung zusammenführen.

  • Fehlteile und Kapazitätsprobleme früh erkennen: Das gesamte Auftragsportfolio wird regelmäßig analysiert, um fehlende Komponenten und potenzielle Engpässe frühzeitig sichtbar zu machen.
  • Einen realistischen Produktionsplan erstellen: Kundenprioritäten, Planungsregeln und Produktionsrestriktionen fließen gemeinsam in den Hauptproduktionsplan ein.
  • Transparenz über mehrere Planungshorizonte schaffen: Einkauf, Produktion und Lieferanten erhalten eine gemeinsame Sicht auf Prioritäten und zukünftige Bedarfe.
  • Funktionen enger verbinden: Produktionsplanung, Einkauf, Produktion und Vertrieb arbeiten innerhalb eines einheitlichen Workflows.

Die implementierte Lösung

Quadrifoglio implementierte Resource & Supply Planning, um Produktions- und Versorgungsplanung auf einer gemeinsamen Grundlage zu verbinden.

Das Projekt beschränkte sich dabei nicht auf die Einführung einer Software. Gemeinsam mit dem Projektpartner wurden auch die bestehenden Planungsprozesse analysiert und neu strukturiert.

Zwei Grundprinzipien standen dabei im Mittelpunkt:

  • Fehlteile so früh wie möglich erkennen, damit Einkauf und Produktion Zeit gewinnen, kritische Situationen zu lösen.
  • Produktions- und Einkaufsaufträge so spät wie sinnvoll freigeben, um den Produktionsplan nicht unnötig einzuschränken und spätere, zeitaufwendige Korrekturen zu vermeiden.

Zusätzlich wurden unternehmensweit einheitliche Regeln zur Priorisierung von Bedarfen definiert. So entsteht eine gemeinsame Entscheidungslogik für Kundenaufträge, Materialbedarfe und Produktionsvorschläge.

Schrittweise Weiterentwicklung der Planung

Die Zusammenarbeit startete 2018 und wurde anschließend schrittweise erweitert.

2018–2019:

  • Kapazitätsplanung für sämtliche Produktionsbereiche,
  • dynamische Analyse fehlender Materialien,
  • integrierter Workflow von Produktionsvorschlägen über die Auftragsvorbereitung bis zur Kundenauftragsbestätigung,
  • strukturierte Steuerung von Rückfragen und Prioritäten gegenüber Lieferanten.

Ab 2020:

  • Einführung von Finite-Capacity-Planungslogiken in ausgewählten Bereichen,
  • Berücksichtigung des Produktionsfortschritts,
  • Management von Rahmenaufträgen und zugehörigen Abrufen bei Lieferanten und Subunternehmern.

Planer auf kritische Situationen fokussieren

Ein algorithmischer Planungsansatz unterstützt die Terminierung von Bedarfen und die dynamische Zuordnung verfügbarer Materialien.

Automatisierte Analysen helfen Planern dabei, ihre Aufmerksamkeit gezielt auf Kundenaufträge zu richten, bei denen Liefertermin oder Materialverfügbarkeit kritisch werden. Dadurch sinkt auch der Aufwand für die Auftragsbestätigung.

Ergänzend unterstützen Dashboards unterschiedliche operative Entscheidungen:

  • Analyse kritischer Einkaufsaufträge und Lieferantenbedarfe,
  • frühzeitige Erkennung potenzieller Risiken auch im mittel- und langfristigen Horizont,
  • gezielte Freigabe von Produktions- und Einkaufsvorschlägen zum richtigen Zeitpunkt.

Messbare Ergebnisse

Die Verbindung von Materialanalyse, Kapazitätsplanung und einheitlichen Priorisierungsregeln führte bei Quadrifoglio zu messbaren Verbesserungen.

−29,2 %

 

durchschnittliche Verspätung bei der Erfüllung von Kundenaufträgen

−15 h/Woche

 

Aufwand zur Identifikation kritischer Material- und Kapazitätssituationen

Die frühzeitige Erkennung fehlender Materialien gibt Einkauf und Produktionsplanung mehr Zeit, Probleme zu lösen, bevor sie den Kundenauftrag gefährden.

Die eingesparte Analysezeit kann stattdessen für die eigentliche Lösung kritischer Situationen genutzt werden. Gleichzeitig konnten weitere operative Kosten reduziert werden:

  • niedrigere Einkaufskosten: weniger kurzfristige Eskalationen und frühere Kommunikation stärken die Position bei der Abstimmung mit Lieferanten,
  • weniger Kosten durch Teil- oder Fehllieferungen und Reklamationen,
  • bessere Nutzung interner Ressourcen: Versandplanung, Montage und interne Komponentenfertigung werden enger aufeinander abgestimmt.

Von der Fehlteilsuche zur vorausschauenden Planung

Für Quadrifoglio bedeutet die neue Planungslogik vor allem einen Wechsel von reaktiver Problemlösung hin zu früherer Transparenz.

Statt Materialengpässe oder Kapazitätsprobleme erst dann zu bearbeiten, wenn sie bereits Produktion oder Liefertermin gefährden, können kritische Aufträge gezielt identifiziert und priorisiert werden.

Damit verbindet Quadrifoglio Kundenbedarf, Materialverfügbarkeit und Produktionskapazität auf einer gemeinsamen Planungsbasis – und schafft mehr Stabilität, ohne die notwendige Flexibilität gegenüber Kundenanforderungen zu verlieren.