Referenzen | Elisa Industriq

CCA: S&OP und Ressourcenplanung für die Luftfahrt

Geschrieben von Elisa Industriq | Oct 1, 2026, 3:59:38 PM

Corse Composites Aéronautiques (CCA) ist auf die Entwicklung und Fertigung komplexer Verbundbauteile für die Luftfahrtindustrie spezialisiert. Dazu gehören unter anderem Fahrwerksklappen, Strukturbauteile für Tragflächen und Rumpf sowie Komponenten für Triebwerksgondeln.

Durch diese Produktspezialisierung verbindet CCA technisches Know-how mit anspruchsvollen Produktionsprozessen. Das Unternehmen arbeitet im Rahmen von Design-&-Build-Projekten und hat sich als Tier-1-Partner führender Flugzeughersteller positioniert.

CCA fertigt rund 11.000 Referenzen pro Jahr, darunter etwa 200 Endprodukte. Die Produktion verteilt sich auf ein Kompetenzzentrum für Verbundwerkstoffe in Ajaccio und einen Produktionsstandort in Tunis. Ergänzt wird die eigene Fertigung durch ein Netzwerk regionaler Zulieferer.

Projektziel

Im Rahmen seiner digitalen Transformation wollte CCA die Planung von Supply Chain und Produktion grundlegend vereinheitlichen. Unterschiedliche Werkzeuge und Datenquellen führten zu zusätzlichem Aufwand, redundanten Informationen und erschwerten den Austausch zwischen den beteiligten Teams.

Insbesondere die parallele Nutzung von Excel, SAP und weiteren Anwendungen machte es schwierig, S&OP und Master Production Scheduling (MPS) auf einer gemeinsamen Datenbasis zu steuern.

CCA wollte deshalb Planungsdaten, Kapazitäten und Bedarfe in einer gemeinsamen Umgebung zusammenführen und damit mehrere zentrale Herausforderungen adressieren:

  • mögliche Lieferverzögerungen früher erkennen,
  • Personal- und Maschinenkapazitäten bereits im S&OP-Prozess vorausschauend bewerten,
  • Personalengpässe im operativeren MPS frühzeitig sichtbar machen,
  • die Auswirkungen des Produktionsplans auf Bestände beurteilen,
  • drohende Komponentenengpässe rechtzeitig erkennen,
  • und Kunden eine belastbare Einschätzung zur Umsetzbarkeit des Produktionsplans geben.

Die implementierte Lösung

CCA entschied sich für sedApta Resource & Supply Planning, um Ressourcen- und Versorgungsplanung über unterschiedliche Zeithorizonte hinweg auf einer gemeinsamen Datenbasis zu organisieren.

Die Lösung unterstützt CCA dabei, interne und externe Ressourcen frühzeitig gegen zukünftige Bedarfe zu prüfen. Dabei werden sowohl die eigenen Standorte als auch externe Partner im Zuliefernetzwerk berücksichtigt.

Im Projekt wurden unter anderem folgende Planungsfunktionen umgesetzt:

  • eine mehrjährige Gesamtplanung mit Makro-Arbeitsplänen zur Analyse der Auslastung interner und externer Personal- und Materialressourcen,
  • eine detailliertere Planung mit Produktionsaufträgen und Arbeitsgängen zur Bewertung der wöchentlichen Belastung von Personalressourcen,
  • die Simulation von Produktionsszenarien über unterschiedliche Zeithorizonte,
  • die Anpassung von Planungsergebnissen mit direkter Sicht auf die daraus entstehenden Auswirkungen,
  • die Verteilung relevanter Kennzahlen an alle am Planungsprozess beteiligten Teams,
  • sowie ein mehrstufiger und mandantenfähiger Planungsansatz für mehrere Nutzer.

Für den S&OP-Prozess arbeitet CCA mit einem Planungshorizont von bis zu fünf Jahren auf monatlicher Basis. Mehrere Anwender können dabei gleichzeitig mit denselben Daten arbeiten und unterschiedliche Analysen durchführen.

Der MPS-Prozess arbeitet auf einem kürzeren, operativeren Horizont mit wöchentlichen Intervallen. Zusätzlich ermöglicht die Lösung eine detaillierte Betrachtung von Produktionsaufträgen und Arbeitsgängen, um insbesondere die Belastung der verfügbaren Personalressourcen frühzeitig zu bewerten.

Für beide Prozesse werden Bedarfe automatisiert den definierten Personen, Ressourcen und Makro-Arbeitsplänen zugeordnet. Dadurch können Nachfrage, Kapazität und Ressourcenbedarf über unterschiedliche Planungsebenen hinweg miteinander verbunden werden.

Wichtige Vorteile

  • Einheitliche Planungsbasis: CCA ersetzt fragmentierte Excel-, SAP- und Reporting-Prozesse durch eine gemeinsame Umgebung für S&OP und MPS.
  • Langfristigere Planung: Der S&OP-Prozess kann mit einem Planungshorizont von bis zu fünf Jahren abgebildet werden.
  • Bessere Kapazitätstransparenz: Personal- und Maschinenkapazitäten lassen sich frühzeitig gegen zukünftige Bedarfe prüfen.
  • Szenarien statt statischer Planung: Unterschiedliche Produktionsszenarien können simuliert und ihre Auswirkungen direkt verglichen werden.
  • Mehr Transparenz über Bestände und Komponenten: Auswirkungen des Produktionsplans auf Bestände sowie mögliche Materialengpässe werden früher sichtbar.
  • Gemeinsame Kennzahlen: Analytics unterstützt die Erstellung konsistenter Auswertungen für die beteiligten Planungsbereiche.
  • Bessere Zusammenarbeit: Die Orchestrierung der Planungsprozesse verbessert den Informations- und Datenaustausch zwischen den Teams.

Für CCA bedeutet die gemeinsame Planungsumgebung vor allem, dass S&OP, Ressourcenplanung und MPS nicht mehr als getrennte Prozesse betrachtet werden. Nachfrageänderungen können früher auf ihre Auswirkungen auf Personal, Kapazitäten, Bestände und Produktion geprüft werden.